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Mieterstromprojekte in der Wohnungswirtschaft: Komplexität meistern mit dem wMSB

Mieterstrom gilt als zukunftsweisendes Modell für die Wohnungswirtschaft: Strom aus Photovoltaikanlagen wird direkt vor Ort erzeugt und den Bewohnern zur Verfügung gestellt – nachhaltig, lokal und oft günstiger als der klassische Strombezug. Doch die Umsetzung ist alles andere als trivial. Wohnungsunternehmen sehen sich mit einer Vielzahl technischer, regulatorischer und organisatorischer Herausforderungen konfrontiert, insbesondere bei der Gestaltung und Realisierung des Messkonzepts.

Zwischen Zählern und Daten: Herausforderungen bei der Umsetzung von Mieterstrom

Ein zentrales Element jedes Mieterstromprojekts ist die Messung und verursachungsgerechte Verteilung von PV- und Netzstrom auf die einzelnen Mietparteien. Dabei handelt es sich immer um eine Kombination aus physischer Messung und rechnerischer Aufteilung. Mieter, die nicht am Mieterstrommodell teilnehmen, müssen ebenfalls korrekt berücksichtigt werden – was die Komplexität zusätzlich erhöht. Grundsätzlich existieren zwei gängige Varianten: das Konzept mit physischem Summenzähler und Unterzählern sowie die Lösung mit virtuellem Summenzähler auf Basis intelligenter Messsysteme (iMSys). Die Umsetzung dieser Konzepte kann je nach Netzgebiet und technischer Infrastruktur variieren.

Virtueller Summenzähler

Genau hier beginnt die Herausforderung: Die Anforderungen und technischen Möglichkeiten variieren und viele Messstellenbetreiber sind heute noch nicht in der Lage, komplexe Mieterstromkonzepte zuverlässig und flächendeckend umzusetzen. Für Wohnungsunternehmen mit Liegenschaften in unterschiedlichen Netzgebieten bedeutet das: Sie benötigen einen Partner, der nicht nur die technischen Voraussetzungen erfüllt, sondern auch die regulatorischen Unterschiede kennt und flexibel darauf reagieren kann. Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber (wMSB) kann hier entscheidende Vorteile bieten. Als Innovationstreiber in der Branche setzen sich viele wMSB frühzeitig mit neuen Konzepten auseinander, entwickeln Lösungen und verfügen über umfangreiche Erfahrungen mit verschiedensten Netzbetreibern.

Der wMSB als Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung

Der wMSB agiert nicht nur als technischer Dienstleister, sondern als strategischer Partner. Gemeinsam mit dem Kunden plant er den Rollout über den gesamten Gebäudebestand hinweg und berücksichtigt dabei die individuellen Anforderungen jeder Liegenschaft. Viele wMSB sind flexibel in der Auswahl der eingesetzten Messtechnik und können unterschiedliche Zählertypen und Systemlösungen anbieten, die optimal auf die jeweilige Gebäudesituation abgestimmt sind. Diese technische Offenheit ermöglicht eine passgenaue Umsetzung – auch bei komplexen baulichen oder netztechnischen Rahmenbedingungen.

Flexible Datenbereitstellung als Erfolgsfaktor

Ein weiterer Vorteil liegt in der Datenbereitstellung. Während klassische MSB-Systeme oft nur auf die gesetzlich vorgeschriebene Datenlieferung an MaKo-Teilnehmer wie Netzbetreiber und Energieversorgungsunternehmen ausgelegt sind, bieten wMSB ihren Kunden über weitere Schnittstellen deutlich mehr Flexibilität. Verbrauchs- und Messdaten können so direkt in eine Abrechnungssoftware für Mieterstrom eingespeist oder über Visualisierungslösungen transparent dargestellt werden. Für Unternehmen die die Abrechnung nicht selbst durchführen möchten, bestehen häufig bereits Kooperationen mit Abrechnungsdienstleistern oder Softwareanbietern – ein wichtiger Beitrag zur Entlastung und Effizienzsteigerung.

Fazit

Mieterstromprojekte sind technisch anspruchsvoll und organisatorisch komplex – insbesondere bei der Umsetzung des Messkonzepts und der verursachungsgerechten Stromverteilung. Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber bietet Wohnungsunternehmen die nötige Flexibilität, Erfahrung und digitale Infrastruktur, um diese Herausforderungen zu meistern. Wer auf den wMSB setzt, schafft die Grundlage für eine wirtschaftlich tragfähige, rechtssichere und nachhaltige Mieterstromversorgung – auch über Netzgebietsgrenzen hinweg.

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Carola Ochs

Product Manager, imovis

Seit 2017 entwickelt Carola Ochs Produktstrategien rund um SMGW und CLS. Nach Stationen bei PPC und beyonnex.io treibt sie Produkt- und Innovations-Strategien für imovis: vom wettbewerblichen Messstellenbetrieb bis zu PV-Konzepten für Mehrfamilienhäuser.

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